Körperliche Fitness gewinnt zunehmend an Bedeutung. Völlig zu Recht: Man bewegt sich, trainiert, verliert überflüssige Pfunde und fühlt sich zudem gleich viel besser. Dennoch sollte es mit dem Ehrgeiz nicht übertrieben werden. Vor allem Untrainierte begehen leider oftmals den Fehler, dass innerhalb zu kurzer Zeit zu viel erreicht werden soll. Stattdessen ist der sanfte Weg sehr viel effektiver. Tasten Sie sich langsam an verschiedene Sportarten heran und erfahren Sie dabei mehr zu Ihrem ganz persönlichen Rhythmus.

  • Gehen Sie sportliche Aktivitäten überlegt an

Der Drang nach Bewegung

Wer den ganzen Tag im Büro sitzt, weiß die Bewegung am Feierabend natürlich zu schätzen. In unserem Beitrag über Bürokrankheiten erklären wir dazu, welche Folgen eine Bürotätigkeit nach sich ziehen kann. Ganz egal, ob es sich um ein paar Minuten Jogging handelt, der Besuch im Fitnessstudio für Abwechslung sorgt oder man dem Tanzsport nachgeht. Bewegung ist für den gesamten Organismus einfach wohltuend. Gerade dieses Zusammenspiel von geistiger und körperlicher Aktivität ist für ein bewusstes, gesundes Leben maßgeblich entscheidend.

Sport tut gut und hält fit

Auf Dauer muss der Körper trainiert werden. All die Muskeln, welche nicht beansprucht werden, verkümmern oder rosten sprichwörtlich ein. Warum sollte man sich die Fitness bis ins hohe Alter nehmen lassen? Schon kleine, regelmäßige Übungseinheiten können diesem Prozess entgegen-wirken. Probieren Sie es einfach aus: Wagen Sie das Experiment und achten Sie bewusst auf ihre sportlichen Aktivitäten.

Lass Sie es mal wieder auf Muskelkater ankommen. Schon nach ein paar Tagen werden Sie sich nicht nur besser, sondern auch gleich sehr viel ausgeglichener fühlen. Außerdem gibt es laut vielen Studien eine klare Assoziation zwischen täglicher Bewegung und der Reduktion der Sterblichkeit. Bedeutet: Je intensiver und häufiger Sie in der Woche – natürlich mit Ruhephasen – Sport treiben, desto drastischer wird das Krebsrisiko verringert.

Täglicher Sport reduziert Sterblichkeitsrate - Statistik relax-experten

Bewusste Ruhezeiten einplanen

Es gibt Tage, an denen hat man einfach keine Lust auf Sport oder fühlt sich nur schlapp und müde. Akzeptieren Sie dies und hören Sie auf Ihren Körper. Wenn dieser Punkt gegeben ist, sollten Sie sich schonen und wenn möglich, einfach mal nichts tun. So tanken Sie neue Kraft und werden schon bald wieder fit sein. Bedenken Sie außerdem, dass jeder Organismus anders reagiert. Vergleiche zu anderen Menschen sollten also nur bedingt erfolgen. Setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck und üben Sie den Sport nicht aus falscher Verbissenheit aus.

Ausdauer und Kondition trainieren

  • die Leistungskurve bewusst anheben
  • fordern Sie sich nicht innerhalb zu kurzer Zeit zu stark
  • den Gesundheitszustand überwachen und Routine-Untersuchungen ernst nehmen
  • nicht entmutigen lassen – aller Anfang ist schwer
  • nicht zu stark strapazieren
  • die Begeisterung für den Sport behalten

Für mehr Lebensfreude

Sport muss nicht unbedingt einen schönen Körper sorgen oder den Platz auf dem Siegerpodest sichern. In erster Linie sollte der Spaß nicht zu kurz kommen. Sie werden bereits festgestellt haben, dass man sich auf einfache Art und Weise besser, vielleicht sogar befreiter fühlen kann. Wenn der Sport Ihnen diese Lebensfreude gibt, dann hat er bereits seinen Zweck erfüllt. Wichtig ist, dass Sie die sportliche Betätigung finden, die wirklich zu Ihnen passt. Es ist gut möglich, dass Sie den Sport bis jetzt noch nicht für sich entdecken konnten.

Vielleicht haben Sie sogar schlechte Erfahrungen gemacht und lehnen ihn deshalb strikt ab. In diesem Fall war es vielleicht nur nicht das Richtige. Probieren Sie zum Beispiel Fußball statt Basketball oder Schwimmen statt Tennis. Manchmal dauert es eben etwas länger, bis die richtige Entscheidung für Ihren bevorzugten Sport gefunden werden kann.

Auf die Balance kommt es an

Alles sollte idealerweise im Gleichgewicht sein. Dies trifft auch auf den Sport und die Erholung zu. Wer sich ausschließlich trimmt, wird bald erschöpft sein. Wer sich allerdings nur schont, tut sich ebenfalls nichts Gutes. Achten Sie daher auf ein ausgewogenes Maß beider Punkte. So können Sie Ihrer sportlichen Betätigung langfristig nachgehen und werden die Zeiten der Ruhe umso mehr zu schätzen wissen.

Grenzen akzeptieren

Ihre Begeisterung für Sport ist groß und natürlich möchten Sie viel erreichen. Dennoch handelt es sich um einen Prozess, der nicht gewaltsam beschleunigt werden sollte. Akzeptieren Sie Grenzen und gönnen Sie sich auch Zeiten der Ruhe und Entspannung. Das richtige Maß entscheidet über einen langfristigen Erfolg. Wer zum Beispiel Schmerzen hat, wenn es Ihnen nicht gut geht, muss der Sport abgebrochen oder zumindest unterbrochen werden. Ihr Körper braucht Phasen der Regeneration. Ansonsten fügen Sie mehr Schaden zu, als von einem Nutzen zu sprechen wäre. Im Zweifelsfall ist es immer dienlich, Ihren Hausarzt aufzusuchen. So kann abgeklärt werden, ob es Beeinträchtigungen gibt und ob beispielsweise bestimmte Sportarten zu Gunsten des eigenen Wohls unterlassen werden sollten.

Dem Profi vertrauen

Sport mit einem Coach treiben
Nicht immer fällt es leicht, sich selbst zu motivieren oder einen Trainingsplan aufzustellen. Mitunter fehlt dazu einfach die Zeit oder die Struktur. Dies ist allerdings kein Problem: Es gibt genügend empfehlenswerte Fachleute, Coaches oder Fitnesscenter, welche diese Aufgabe für Sie übernehmen. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass die Übungseinheiten gezielt auf Sie und Ihre Kondition abgestimmt werden. So gehen Sie der Gefahr einer Überstrapazierung aus dem Weg. Nicht nur die körperliche Fitness steht im Mittelpunkt, ebenso wird auf Pausenzeiten und die richtige Ernährung geachtet.

Selbst aktiv werden

Jeder kann für sich selbst aktiv werden. Letztlich ist es der eigene Körper, dem der Sport einfach gut tut. Ein trainierter Profi hat natürlich einen anderen Plan und eine andere Motivation als der blutige Anfänger. Dennoch gibt es eine große verbindende Gemeinsamkeit: Die Bereitschaft etwas zu tun und sich für die Aktivität zu entscheiden. Gehen Sie also auch bei schlechterem Wetter an die frische Luft und laufen Sie ein paar Runden oder nutzen Sie das Fahrrad anstelle des Autos. Schon dieses Umdenken zu den eigentlichen Gewohnheiten bewirkt viel und begünsstigt auf natürliche Weise Ihr Wohlfühlgefühl.

Auch kleine Schritte bedeuten viel

Es muss nicht gleich der Marathon sein und ebenso wenig eignet sich jeder zum Spitzensportler. Darum geht es auch nicht. Jeder sollte sein persönliches Gleichgewicht von Sport und Ruhe finden. Zeiten des Nichtstuns sind ebenso wichtig, wie Bewegung und Herausforderung. Das begünstigt nicht nur den Muskelaufbau und den Fettabbau, sondern auch mehr Durchhaltevermögen, einen klaren Kopf und vielleicht sogar bis zu einem gewissen grad der Problembewältigung. Schon ein paar Minuten Sport am Tag oder kleine Fitness-Einheiten können diesbezüglich dienlich sein. Zugleich steigt die Motivation, sodass Sie sich angesprochen fühlen werden, dem Sport die Treue zu halten und das Leistungsprogramm eventuell sanft anzuheben.

In einem Interview von Dr. Stefan Waller von www.dr-heart.de und Dr. Robert Margerie vom Zentrum für Sportmedizin Berlin antwortete der Sportwissenschaftlicher auf die Frage, wie häufig Sport getrieben werden sollte, dass schon wenig Sport in der Woche reicht, um gesundheitliche Erfolge zu verbuchen:

Es gibt schon mit wenig Sport einen frühen Benefit. 3 bis 5 Mal die Woche für eine halbe Stunde leichten bis moderaten Sport treiben, bringt gesundheitlichen Nutzen mit sich. Man muss keinen Extremsport nachgehen. Man sollte auf den eigenen Körper hören und sich wohl fühlen. Das ist wichtig.Dr. Robert Margerie vom Zentrum für Sportmedizin Berlin

Weiterhin äußert sich Herr Dr. Margerie im Interview hinsichtlich des Kraftsports, der damals als verpönt galt. Heute wird insbesondere älteren Menschen dazu geraten, Krafttraining zu betreiben. Hierbei ist es ausreichend, 2 Mal pro Woche zu trainieren.

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