Schmerzen Ihre Beine seit Wochen, neigen schnell zu blauen Flecken oder sehen unförmig aus? Beinkrankheiten werden häufig unterschätzt, von Ärzten nicht erkannt und in der Folge zu spät behandelt. Gerade bei Beinkrankheiten ist aber eine schnelle Diagnostik wichtig, um den Krankheitsverlauf abzuschwächen und so das Leiden der Betroffenen zu vermindern. Aus diesem Grund erklären wir ihnen die wichtigsten Symptome der häufigsten Beinkrankheiten und was Sie gegen diese tun können.

Thrombosen

Als Thrombosen bezeichnet man einen Gefäßverschluss, der durch Blutgerinnsel hervorgerufen wird. Die Ursachen für die Entstehung einer Thrombose können vielfältig sein. Sie können durch Gefäßverletzungen, infolge von Störungen in der Blutgerinnung oder aufgrund einer zu langsamen Fließgeschwindigkeit des Blutes entstehen. Auch ein ungesunder Lebensstil mit fettreicher Ernährung und wenig Bewegung sowie das Rauchen können die Entstehung von Thrombosen begünstigen. Am häufigsten entstehen Thrombosen in den Venen in den Beinen.

Anzeichen für eine Thrombose-Erkrankung sind ein starkes Anschwellen der Haut in dem betroffenen Bereich, Schmerzen oder eine bläuliche oder rötliche Verfärbung der Haut. Betroffene beschreiben auch häufig ein Ziehen im Bein als erstes Anzeichen der Erkrankung. In einem späteren Stadium der Thrombose fühlt sich das betroffene Bein schwer und angeschwollen an, hinzu kommen Schmerzen beim Auftreten. Wenn Sie vermuten, an einer Thrombose erkrankt zu sein, sollten Sie zu einem Arzt gehen, da sich das Gerinnsel lösen und in andere Organe wie etwa in die Lunge gelangen kann. Trotzdem sollten sie nicht wegen einer Thrombose in Panik geraten.

Zwar sollten Sie die Symptome ernst nehmen, eine Thrombose im Bein ist aber vorerst nicht bedrohlich. Des Weiteren sollten Sie das betroffene Bein schonen und bei längeren Sitz- oder Stehzeiten Kompressionsstrümpfe tragen die sie auch vom Arzt verschrieben bekommen. Um das Entstehen einer Thrombose vorzubeugen, sollten Sie viel Wasser trinken und sich ausreichend bewegen, da dies den Blutfluss im Körper anregt.

Krampfadern

Bei Krampfadern denkt man zunächst eher an ein ästhetisches Problem, tatsächlich können Krampfadern aber auch medizinische behandelbar werden und schwerwiegende Komplikationen wie etwa eine Thrombose in den Venen zur Folge haben. Auch können sich die Betroffenen Venen entzünden. Deshalb sollte man, wenn Krampfadern auftreten mit einem Arzt klären, ob eine Behandlung notwendig ist. Krampfadern entstehen dann, wenn die Durchblutung einzelner Venen nicht richtig funktioniert – also bei Durchblutungsstörungen. Dies kann etwa geschehen, wenn die Elastizität von den Gefäßwänden der Venen nachlässt oder wenn Venenklappen nicht mehr richtig schließen. In der Folge staut sich das Blut in der Vene an, wodurch die Gefäßwände dauerhaft vergrößert werden.

Optisch sind diese dann als bläulich gefärbte geschlängelte Gebilde unter der Haut erkennbar. Krampfadern kommen vor allem im Bereich der Beine vor, seltener auch an der Hüfte. Medizinisch werden sie als Varikose, Varikosis oder Varizen bezeichnet. Rund 14 % aller Deutschen leiden unter Krampfadern. Bei Krampfadern unterscheidet man zwischen Primären und sekundären Varikosen. Primäre Varikosen können vielfältige Ursachen haben, die häufig nicht vollständig ersichtlich sind. Allerdings weiß man, dass eine Schwäche der Venenwände häufig genetische Ursachen hat. Die Krampfadern werden also gewissermaßen vererbt. Allerdings können ein höheres Alter, Übergewicht, Rauchen oder ein Mangel an Bewegung in Kombination mit viel Sitzen oder Stehen die Entstehung von Krampfandern begünstigen. Auch weibliche Hormone können bei der Entstehung eine Rolle spielen, besonders in der Schwangerschaft ist das Risiko für Krampfadern besonders groß.

Eine sekundäre Varikose ist deutlich seltener als eine Primäre. Sie tritt nur in etwa 30 % aller Fälle von Varikosen auf. Bei einer sekundären Varikose werden die Krampfadern durch eine bereits vorliegende Erkrankung wie etwa eine Thrombose hervorgerufen. Eine weitere Ursache für eine sekundäre Varikose kann eine Störung in der Herzfunktion sein, die dazu führt, dass der Blutdruck in den Beinvenen steigt.

Von Krampfadern betroffene leiden häufig unter einem Spannungsgefühl sowie Schmerzen in den Beinen. Hier helfen hochlagern und kühlen der Beine. Ist eine Behandlung notwendig, können die Krampfadern durch eine Lymphdrainage, eine Kompressionstherapie oder durch das Veröden der Krampfadern behandelt werden. Auch die richtige Massage kann gegen Krampfader helfen. Lassen Sie sich hierbei von einem Arzt behandeln. Auch Bewegung kann helfen, die Durchblutung anzuregen und so die Symptome zu verbessern beziehungsweise der Entstehung von Krampfadern vorzubeugen. Insbesondere Ausdauersport eignen hierbei besonders gut.

Lipödeme

Ein Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich bei Frauen vorkommt. Dabei ist das Unterhautfettgewebe vermehrt, wodurch sich trotz ansonsten normaler Statur Fettgewebe an den Beinen und an der Hüfte, seltener auch an den Armen ansetzt. Die Krankheit ist für Betroffene sehr schmerzhaft und kaum behandelbar. Um die Beschwerden eines Lipödems zu lindern und ihre Ausbreitung im Schach zu halten ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung der Krankheit wichtig.

Hierbei besteht allerdings das Problem, dass die Krankheit häufig erst sehr spät erkannt und häufig als Übergewicht abgetan wird. Lipödeme gehen zusätzlich zur Anlagerung von Fettgewebe auch mit einer erhöhten Druckempfindlichkeit der Haut einher. Die Beine sind chronisch geschwollen, Schmerzen und neigen zu blauen Flecken. Als Langzeitfolge der Erkrankung kann es auch zu einer Fehlstellung der Gelenke oder zu vorzeitigem Gelenkverschleiß kommen. Bei der Behandlung eins Lipödems sind Bewegung und regelmäßige Lymphdrainagen wichtig. Bei der Lymphdrainage wird durch eine Massage Druck auf das Lymphgewebe ausgeübt, wodurch die Lymphgefäße kontraktiert werden. Dadurch fließt überschüssige Lymphflüssigkeit ab und die Arme werden entstaut. Auch das Tragen von Kompressionsstrümpfen kann in einem frühen Stadium der Erkrankung hilfreich sein. Da die Krankheit wahrscheinlich hormonellen Ursprungs ist, kann man diese kaum verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung hilft allerdings gegen erste Symptome der Erkrankung.

Da Beinerkrankungen häufig auf verstopften Venen beruhen, kann eine professionelle Beinmassage bei der Behandlung der Erkrankungen helfen. Auch bei einem Lipödem helfen Massagen, bestehende Schwellungen abzubauen. Diese sollte man aber niemals ohne Anleitung an sich selbst durchführen. Insbesondere bei Krampfadern ist die richtige Ausführung der Massage entscheidend. Wenn Sie an einer der Krankheiten leiden und selbst die Symptome lindern wollen hilft es, die Beine zu Kühlen oder bei sich bei Schmerzen auszuruhen.

Massagegeräte zur Hilfe nehmen

Ob Durchblutungsprobleme, Muskelschmerzen oder andere Beinprobleme. Nicht immer müssen Sie warten, bis der Arzttermin ansteht. Geeignete Massagegeräte für Beine und Füße können leicht online erworben werden und können helfen, Symptome zu lindern. Solche elektrischen Geräte arbeiten oft mit Luftkammern bzw. Luftkompression. Viele Modelle eignen sich auch zur Lymphdrainage und haben eine angenehme Heizfunktion integriert. Wer unter dem Restless Leg Syndrom (RLS) leidet, kann ebenfalls auf Massagegeräte für die Beine unter Umständen zurückgreifen.

Sie sind kein Patent gegen alle Krankheiten und Befindlichkeiten. Doch sind sie eine gute Hilfe, um von zuhause aus etwas zu unternehmen. Darüber hinaus findet man nicht immer die Zeit oder hat das Geld, einen Spezialisten aufzusuchen. Erst recht nicht am Wochenende. Probieren Sie es aus!

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