Muskuläre Verspannungen – fast jeder Zweite ist betroffen! Über die Hälfte der Bevölkerung der Bundesrepublik leidet unter Verspannungen, welche auch zu den typischen Bürokrankheiten zählen. Manche nur gelegentlich, viele jedoch unter regelmäßigen oder gar chronischen Verspannungen, wobei der Anteil der Betroffenen mit dem Alter steigt.

Was sind Verspannungen und wie entstehen sie?

Als Verspannung bezeichnet man eine Muskelverhärtung, die meist mit Schmerzen und Schonhaltung einhergeht. Die Muskelverhärtung entsteht durch eine, über das normale Maß hinaus gehende, dauerhafte Anspannung der Muskulatur. Die anhaltend angespannten Muskelfasern drücken die Kapillaren des Muskels zusammen und stören somit ganz erheblich die Durchblutung des Muskels.

Um eine Entzündung oder Verletzung des betroffenen Muskels zu vermeiden, spannt sich der Muskel wiederum an und es kommt zu einer selbstverstärkenden Wirkung, einem richtiggehenden Teufelskreislauf aus Verspannung, Entzündung, Schmerz und verminderter Durchblutung.
Für eine Verspannung kommen viele Ursachen in Betracht.

Die häufigsten Ursachen sind Überbelastungen der Muskulatur bei körperlichen Tätigkeiten wie Sport, Gartenarbeit, Hausarbeit u.ä., sowie Schon- und Fehlhaltungen im Beruf, als auch nach Unfällen, Stürzen oder Operationen. Auch schwere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis oder auch neurologische Erkrankungen gehen oft mit Verspannungen einher.

Magnesium hilft Verspannungen vorzubeugen

Verspannungen mit Magnesium vorbeugen

Des Weiteren ist inzwischen erwiesen, dass auch ein Mineralstoffmangel, insbesondere des Mineralstoffes Magnesium, zu Verspannungen führen kann. Eine erhöhte Calcium-Konzentration im Blut führt zu einer verstärkten Muskelanspannung.

Das Magnesium wirkt hier regulierend, indem es den Calciumeinstrom in die Muskeln verringert und somit die Anspannung reduziert.

Seelische Belastungen können sich in anhaltenden, schmerzhaften Verspannungen niederschlagen. Das Zusammenspiel aus Körper und Psyche ist sehr komplex und sollte, besonders bei Betroffenen mit langer Leidenszeit, immer mitbedacht werden. Betroffene , die unter einer Angsterkrankung oder einer depressiven Erkrankung leiden, empfinden Schmerzen oft noch intensiver und dieses Wechselspiel aus Kummer, Niedergeschlagenheit und Schmerz verstärkt die Beschwerden gegenseitig.

  • Mineralstoffmangel begünstigt Verspannungen
  • Seelisches Leiden kann auch Verspannungen hervorrufen

Wie fühlt sich eine Verspannung an?

Die für eine Muskelverspannung typischen Symptome sind ziehende oder dumpfe, tiefliegende Schmerzen. Diese können in weitere Bereiche des Körpers ausstrahlen. Beispielsweise können Schmerzen in der Rückenmuskulatur bis in die Beine ausstrahlen, oder schmerzhafte Verspannungen der Nackenmuskulatur bis in die Arme, ja sogar bis in die Finger ausstrahlen.

  • typische Symptome sind ziehende, dumpfe Schmerzen
  • Nackenverspannungen können zu schmerzhaften Nackenschmerzen werden

Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Verhärtungen des betroffenen Muskels, Missempfindungen und Taubheit ganzer Extremitäten sind typisch. In der Regel werden die Begleitsymptome immer stärker, je länger die Muskelverspannung unbehandelt bleibt. Durch die Muskelverhärtung eingeklemmte und geschädigte Nerven brauchen oft mehrere Wochen der Regeneration.

Welche Muskeln können betroffen sein?

Grundsätzlich kann jeder Muskel im Körper von einer Verspannung betroffen sein. Die
folgenden Körperbereiche sind am häufigsten betroffen:

  • Rücken
  • Schultern
  • Nacken
  • Waden
  • Oberschenkel

Während schmerzhafte Verspannung der typischen Körperbereiche auch für den Betroffenen selbst, relativ gut einzuordnen sind, gibt es auch Körperbereiche, bei denen Verspannungen nicht gleich als solche erkannt werden und so zu großer Verunsicherung führen können. Beispielsweise bei Verspannungen der Muskulatur des Brustkorbes. Schmerzen durch verspannte Muskeln im Brustbereich können bis in den oberen Rücken ausstrahlen.

Sind zudem auch noch die Nerven gereizt oder gar entzündet, fühlt sich der Schmerz in der Brust brennend an und verändert seine Intensität durch Bewegung und Atmung. Die Symptome sind denen eines Herzinfarktes oder einer Angina pectoris ähnlich und können nur durch ärztliche Ausschlussdiagnose bestimmt werden.

Wer kann betroffen sein?

Personen, die viele einseitige Bewegungen ausführen oder lange bestimmte Körperhaltungen einnehmen müssen, leiden sehr oft unter Muskelverspannungen. Das betrifft Menschen, die den ganzen Tag am Schreibtisch arbeiten müssen genauso wie Menschen, die schwer körperlich arbeiten müssen. Weitere Risikofaktoren sind Heben und Tragen von zu schweren Lasten, Übergewicht, Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen, psychische Belastungen und Bewegungsmangel.

Eine Muskelverspannung kann praktisch in jedem Alter auftreten, sogar bereits im Säuglingsalter. Bei einer stressigen Geburt kann es zu Verspannungen im Bereich der Halswirbelsäule und der Schulter kommen. Auch bei Kindern sind Verspannungen keine Seltenheit, bedingt durch Sturz und Unfall, Stress, Zugluft, Fehlhaltung und bewegungsarmem Freizeitverhalten. Bis zum 12. Lebensjahr haben bereits 90% der Kinder schon einmal Schmerzen durch Verspannungen erlebt, oft in Form eines Spannungskopfschmerzes.

Welche Therapie ist bei Verspannungen möglich?

Um die Schmerzen einer Verspannung zu lindern und die Heilung zu beschleunigen, gibt es verschiedene Therapieansätze, die auch miteinander kombiniert werden können. Je nach Intensität der Verspannung –
Wärmetherapie/ moderate Bewegung

  • Wärme und Bewegung gegen Verspannungen

Da Wärme die Durchblutung anregt und somit zur Entspannung der Muskulatur führt, spürt der Betroffene sehr schnell einen positiven Effekt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Wärmetherapie, in Form von Rotlicht, Wärmepflastern und Salben. Bei den Salben muss unbedingt darauf geachtet werden, nach dem Eincremen intensiv die Hände zu waschen, um einen Kontakt mit den Augen oder Schleimhäuten zu vermeiden. Moderate Bewegung führt zur Erwärmung der Muskulatur und somit zu einer besseren Durchblutung.

Medikamentöse Therapie

Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac wirken entzündungshemmend, abschwellend und schmerzstillend und bringen in hochakuten Schmerzzuständen Erleichterung. Jedoch ändern sie nichts an der Ursache der Verspannung. Sind die Schmerzen oder Begleitsymptome so stark, dass ein Schmerzmittel angezeigt ist, sollte unbedingt ein Arztbesuch vorgenommen werden.

Diclofenac oder Ibuprofen gibt es indes auch in Form von Salben, Gelen oder Schmerzpflastern, welche deutlich ärmer an Nebenwirkungen sind.

  • Schmerzmittel bekämpfen nur die Symtome

Bei der medikamentösen Therapie ist darauf zu achten, dass verschreibungsfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen (bis zu einer Wirkstoffstärke von 400mg) oder Diclofenac ( bis zu einer Wirkstoffstärke von 25mg) ohne ärtzlichen Rat nicht länger als 3 Tage eingenommen werden sollen. Des Weiteren stehen auch pflanzliche Medikamente zur entzündungshemmenden Therapie zur Verfügung, wie z.B. die Enzyme Bromelain oder Papain.

Psychotherapie

Wenn gängige Methoden zur Stressbewältigung, wie beispielsweise körperliche Aktivität an der frischen Luft, Kontakte aufbauen, progressive Muskelentspannung, nicht zum Erfolg führen, sollte professionelle Hilfe durch einen Facharzt für Psychotherapie bzw. Psychosomatik möglichst bald in Anspruch genommen werden, um wieder Lebensqualität erfahren zu können.

Massagetherapie

Die effizienteste Therapie von allen ist die Massage. Durch gezielte Griffe und Techniken werden Verspannungen gelöst, Knoten herausmassiert und die Durchblutung angeregt. Diese kann durch den Physiotherapeuten in dessen Praxis erfolgen oder aber auch ergänzend zu Hause mit einer sogenannten „Massage Gun.“

Massagepistolen beseitigen auch tiefsitzende Muskelschmerzen durch Klopfen, Hämmern und Vibrieren. Diese Geräte verfügen über verschiedene Aufsätze – bei der Orthogun 2.0 auch metallisch – und können somit ganz gezielt eingesetzt werden. Beispielsweise sind runde Aufsätze ideal geeignet für große Flächen wie Rücken, Oberschenkel, Waden oder Po. Konische Aufsätze dagegen für gezielte Massage von Triggerpunkten und Aufsätze in U-Form ideal für die Massage den Rücken entlang der Wirbelsäule bis zum Nacken. Unser umfassender Massagepistole Test zeigt zudem, welche Modelle sich lohnen.

  • Massagepistolen sind sehr effektiv und mobil einsetzbar

Durch die unterschiedlichen Geschwindigkeitsstufen sind die Geräte den individuellen Bedürfnissen angepasst und man kann sich ganz vorsichtig an die richtige Einstellung herantasten. Gegenüber der klassischen Handmassage haben Massagepistolen zwei Vorteile, zum einen, dass sie eigenhändig und im akuten Fall sofort verwendet werden können, zum anderen, dass sie auch in tiefere Regionen einwirken können und es somit möglich ist, die Verspannung am Entstehungsort zu lösen.

Die nachhaltigste Therapie von allen ist jedoch die Vermeidung einer Verspannung. Wer hingegen schon alt ist, und sich automatisch massieren lassen möchte, der findet wohl Gefallen an einem Massagegerät für Beine. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen, meist für Beine und Füße geeinet.

 

2 Kommentare

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