Unter Nackenschmerzen oder Nackenverspannungen leiden immer mehr Menschen. Wenn der Nacken zu schmerzen beginnt, hat er schon einiges durchgemacht. Eine plausible Erklärung für den Nackenschmerz wäre ein starker Luftzug während einer Reise oder eine stundenlange Tätigkeit am Computer.

In Wirklichkeit haben wir uns über einen längeren Zeitraum von Kopf bis Fuß überfordert. Ein ziehender und bohrender Schmerz, der unter Umständen bis in den Kopf oder Schultern und Arme ausstrahlt, kann sehr unangenehm sein. Die Ursachen hierfür sind sehr unterschiedlich. Haltungsprobleme und verspannte Muskeln im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich sind die Hauptursachen. Hält dieses Ungleichgewicht länger an, verkürzen und verhärten sich die Muskeln und reagieren auf Druck äußerst schmerzhaft.

Schmerzen verstärken die Fehlhaltungen und verfestigen den Schmerz. Ein sogenannter “Schiefhals” zwingt sogar zum Innehalten beim Bewegen. Es entsteht ein regelrechter Teufelskreis.
Schmerzen müssen unbedingt behandelt werden, damit sich kein Schmerzgedächtnis entwickelt. Denn dann ist es schwierig den Schmerz in den Griff zu bekommen. Man spricht in diesem Fall von einem chronischen Schmerz.

Ursachen für Nackenschmerzen im Überblick

Die häufigsten Ursachen sind Muskelverspannungen, ein Beispiel ist der sogenannte “Handynacken”. Weitere Ursachen sind degenerative Veränderungen am Bewegungsapparat, Schäden am Wirbelkörper und Bandscheiben, Verkalkung von Bändern, die zu einer Verengung des Wirbelkanals führen. Auch psychische Faktoren und Krankheiten innerer Organe, wie zum Beispiel koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Gefäßerkrankungen spielen eine Rolle.

Ein Fibromyalgiesyndrom (chronische Schmerzen), Verletzungen wie Bänder- und Muskelzerrungen, Schleudertraumata, Wirbelfrakturen und Bandscheibenvorfälle gehören auch zu den häufigen Ursachen.

Seltene Ursachen für Nackenbeschwerden:

Dagegen sind fokale zervicale Dystonien (Bewegungsstörung mit unwillkürlichen Kopfbewegungen), das Nacken-Zungen-Syndrom (ausgelöst durch degenerative Veränderungen an der Halswirbelsäule z. B. Pelzigkeitsgefühl einer Zungenhälfte beim plötzlichen Drehen), Infektionen der Halsweichteile, Wirbel, Hirnhaut und Bandscheiben, Osteoporose, Rheuma und andere entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, Tumorerkrankungen und Kieferfehlstellungen seltene Ursachen.

Arten von Nackenschmerzen und deren Symptome

Chronisches HWS-Syndrom

Ein akutes oder chronisches HWS-Syndrom oder auch zervicobrachiales Syndrom genannt, löst einen sogenannten „Hexenschuss“ im Hals aus. In der Regel gehen diese Beschwerden schnell vorbei, manchmal können sie aber über Wochen sehr unangenehm sein. Vor allem wenn verlagertes Bandscheibengewebe die Nervenwurzeln ab C5 bedrängt. Bandscheibenvorfälle in der HWS sind allerdings seltener, als in der LWS.

blankSymptome: Die heftigen Verspannungen und starken Schmerzen können in die Schultern und Arme ausstrahlen. Weitere Anzeichen sind Sensibilitätsstörungen, Kältegefühl an bestimmten Stellen des Armes oder Muskelschwäche.

Beim zervicozephalen Syndrom (Hals-Kopf-Syndrom) verursachen verschiedene Veränderungen an der HWS Nackenschmerzen bis in den Hinterkopf. Diese äußern sich in der Regel mit Ohrensausen, Augenflimmern und Schwindel. Selten entwickelt sich ein Hals-Zungen-Syndrom.

Typische Symptome sind anfallsartige Schmerzen im Hinterkopf und Nacken beim plötzlichen Drehen des Kopfes. Gelegentlich kann ein Gefühl entstehen, als ob eine Zungenhälfte taub ist.

Halsmark-Syndrom

Die Myelopathie oder auch Halsmark-Syndrom genannt ist sehr selten. Dieses Syndrom geht mit verschiedenen Schädigungen bis zur Quetschung des Rückenmarks einher.

Ein Beispiel: Bandscheibengewebe wölbt sich nach innen in Richtung Rückenmark. Man nennt dies auch eine Spinalkanalstenose. Eine akute Quetschung kann mehr oder weniger zu Querschnittslähmungen in Armen und Beinen führen. Auf Dauer können sich Funktionsstörungen, wie Gangstörungen oder Greifstörungen entwickeln.

Schleudertrauma

Ein Schleudertrauma entsteht zum Beispiel bei einem Auffahrunfall. Da die Halswirbelsäule ein hohes Bewegungsspiel hat, sorgen abrupte und unvorhersehbare Bewegungen für starke Verspannungen im Nackenbereich. Sofern keine Schädigungen an Bandscheiben und Wirbeln bestehen, wird von einer Zerrung der HWS gesprochen.

Symptome: Stunden oder Tage nach dem Ereignis entwickelt sich ein starker Nackenschmerz und Bewegungseinschränkungen. Häufig treten auch Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Die Schmerzen können bis in die Arme ausstrahlen. Viele Patienten nehmen eine Abwehr- oder Schonhaltung ein. Dadurch werden die Beschwerden noch verstärkt.

Ein akuter Schiefhals ist eine extreme Form der Muskelverspannung im Nacken. Häufig durch “Zugluft” oder ein Schleudertrauma ausgelöst. Aber auch Seh- Hör- und Gleichgewichtsprobleme führen zu einer Schiefhaltung des Kopfes.

Therapiemöglichkeiten

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Die gezielte Massage der Halsmuskulatur bei Nackenverspannungen

Eine gute Nachricht: Verspannungsbedingte Nackenschmerzen klingen in der Regel von alleine ab. Zusätzlich sind Lockerungsübungen für die Schulter- und Nackenmuskulatur sinnvoll. Die Einnahme von Schmerzmitteln mit entzündungshemmenden Effekt und Wärmeanwendungen beschleunigen die Genesung.

  • Physikalische Anwendungen, wie Ultraschall oder Reizstrom fördern die Durchblutung der Muskulatur mit dem Ergebnis, dass sich Verspannungen leichter lösen und die Schmerzen nachlassen.
  • Das Tragen einer Halskrawatte ist zum Beispiel notwendig nach einem Schleudertrauma, um die Halswirbelsäule zu stabilisieren und ruhig zustellen.
  • Physiotherapeutische Übungsbehandlung wird angewendet, wenn die Nackenschmerzen mehr als 4 Wochen anhalten. Da verspannte Muskeln verkürzt sind, müssen diese gedehnt und gekräftigt werden. Die Beweglichkeit wird dadurch verbessert und die Schmerzen lassen nach. Mit leichten Übungen ist dies gezielt und vor allem schonend möglich. Diese Übungen sollten zu Hause auch durchgeführt werden.
  • Die progressive Muskelrelaxation gehört zu den Entspannungstechniken. Mit gezielten An- und Entspannungsübungen wird eine Tiefenentspannung erreicht.
  • Bei der Manuellen Therapie wendet der Physiotherapeut spezielle Weichteiltechniken und Manipulationen an der Wirbelsäule an.
  • Auch die Vorstellung bei einem Chiropraktiker kann zum Erfolg führen. Wenn entsprechende Wirbel der HWS eingerenkt werden müssen, können auf diesem Wege auch Nackenbeschwerden nachlassen.

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Ratschläge für einen entspannten Nacken

  1. Wärmeanwendungen in Form von Auflagen, durchblutungsfördernde Salben
  2. Überlastungen vermeiden, aber auch extreme Schonung
  3. Anwendung von Dehnungsübungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten
  4. Haltungskorrektur unter Anleitung eines Therapeuten
  5. So gut wie möglich Stress vermeiden und für eine gute Entspannung sorgen
  6. In einer wirbelsäulenfreundlichen Sitzposition (ergonomisch) arbeiten
  7. Zugluft und Feuchtigkeit vermeiden und den Hals vor Kälte schützen
  8. Nutzung einer optimalen Matratze und eines Nackenstützkissenens
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